Artikel unter 'Erberschleichung'

Pratiker als Erbschleicher

Im Raum Hannover hatte sich ein Heilpraktiker an eine ältere Dame herangeschlichen. Er schaffte es, den Einfluss auf die ältere Dame so stark zu erhöhen, dass diese ihm die Betreuung übertrug, was dazu führte, dass er gegenüber sämtlichen Freunden der alten Dame eine Isolierung vornahm, in der Form, dass Hausverbote und Besuchsverbote erteilt wurden.

Als die alte Dame starb, konnte man feststellen, dass der Heilpraktiker es in der Zwischenzeit geschafft hatte, sich auch über das Vertrauen als Erbschleicher anzubiedern und Alleinerbe wurde.

Das prekäre an diesem Fall war, dass die Informationen von der Ehefrau des Heilpraktikers herstammten und zum ersten Mal direkt aus der Quelle des Erbschleichers bekannt wurde, wie und mit welcher Taktik der Erbschleicher vorgegangen ist.

Die Taktik war immer die Gleiche. Anschleichen, Isolieren und dann überzeugen, dass er der einzig richtige Erbe ist.

Prof. Dr. Volker Thieler

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Erberschleichung erfolgte und erfolgt häufig durch Personen, von denen man es eigentlich nicht erwartet!

Schenkung_1.jpgErberschleichung erfolgte und erfolgt häufig durch Personen, von denen man es eigentlich nicht erwartet!Die Angehörigen und gesetzlichen Erben werden gegen ein solches Vorgehen häufig eingewandt haben, dass der Erblasser im Angesicht des Todes und mit Blick auf sein Seelenheil durch die Kirche zu einer Grundstücksübertragung geradezu bedrängt wurde. Der einbezogene Seelsorger konnte sich dagegen darauf zurückziehen, dass die Vermögensübertragung dem freien Willen des Betroffenen entsprach und er das auch artikuliert hätte. Damit bleibt eine Beurteilung des Sachverhalts letztlich wieder auf den Willen des Erblassers beschränkt.

Wurde dieser zur Übertragung seines Vermögens mittels Drohung oder Täuschung genötigt oder bewusst in eine Angstsituation gebracht, wird der neutrale Betrachter eher an eine Situation der Erberschleichung denken. Liegt der Fall aber so, dass der Erblasser seelsorgerisch gepflegt und betreut wurde und sich aus eigener Eingebung zu der Übertragung entschloss, so wird wohl diesem Erblasserwillen der Vorrang eingeräumt werden dürfen.

Dass eine Beurteilung immer abhängig vom Einzelfall stattfinden muss, sollte anhand dieses Beispiels klar werden. Deshalb leben die nachfolgenden Ausführungen auch von weiteren Beispielsfällen, die die Nuancen der Erberschleichung aber nicht abschließend darstellen können.

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