Artikel unter 'Gesundheit'

Falsche Medikamententherapie bei älteren Menschen

In der medizinischen Praxis kommt es oft vor, dass ältere Menschen mit falschen Medikamenten behandelt werden. Diese Falschbehandlung ergibt sich daraus, dass die meisten Medikamente nur für Menschen mittleren Alters getestet werden. Die Wirkungen bzw. Auswirkungen der Medikamente bei älteren Menschen, die das 65. Lebensjahr überschritten haben, sind dabei jedoch nicht immer hinreichend erforscht.

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Heimunterbringungskosten

Kann der Leistungsnehmende nicht selbst für seine Heimunterbringungskosten aufkommen, muss entweder ein Verwandter 1. Grades für diese Kosten aufkommen, alternativ der Sotialhilfetäger.
Sollte es den Angehörigen nicht möglich sein, für die Heimunterbringungskosten aufzukommen, tritt der Sozialhilfeträger für die Unterbringungskosten ein. Hat der Leistungsberechtigte jedoch  für die Zeit, für die ihm Hilfe gewährt wird, nach bürgerlichem Recht einen Unterhaltsanspruch geht dieser bis zur Höhe der geleisteten Aufwendungen auf den Träger der Sozialhilfe über (§ 94 Abs. 1 Satz 1 SGB XII).
Dieser kann - mit Ausnahme der geschiedenen oder getrennt lebenden Ehegatten- nur Verwandte 1. Grades (Eltern bzw. Kinder) auf Unterhaltszahlungen in Anspruch nehmen. Diese Verwandten sind dann verpflichtet, ihr Einkommen und ihre Vermögensverhältnisse  für eine vorzunehmende Unterhaltsberechnung offen zu legen (§ 117 Abs.1 SGB XII). Auch Dritte, wie z.B. der Arbeitgeber oder das Finanzamt sind auskunftspflichtig.
Die Ehegatten der unterhaltspflichtigen Kinder des Leistungsberechtigten sind zwar nicht zum Unterhalt verpflichtet, das Einkommen der Ehegatten fließt jedoch in die Unterhaltsberechnung mit ein.

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Suizidgefährdung und Räumungsschutz

Auch dann wenn mit einer Zwangsvollstreckung konkrete Gefahren für Leib und Leben des Schuldners verbunden sind, kann nicht ohne weiteres eine Einstellung der Zwangsvollstreckungsmaßnahme nach § 765 a ZPO erfolgen. In diesen Fällen muss eine Abwägung zwischen den Interessen des Schuldners und den Vollstreckungsinteressen des Gläubigers erfolgen.

Auch wenn eine Lebensgefahr für den Schuldner besteht, muss eine sorgfältige und genaue Prüfung erfolgen, insbesondere auch dahingehend, ob die Gefahr auch durch andere Maßnahmen beseitigt werden kann. Es kann auch vom Schuldner selbst erwartet werden, dass er alles für ihn zumutbare unternimmt, um die Gefahr für sein Leib und Leben zu beseitigen. Steht die Schuldnerin wegen ihrer paranoid- halluzinatorischen Psychose unter Betreuung und hat der Vermieter ein Räumungsurteil erwirkt, so hat die Schuldnerin dennoch keinen Anspruch auf Räumungsschutz wegen Suizidgefahr. Die Schuldnerin kann nämlich aufgrund ihrer Krankheit nicht an der Suche nach einer anderen Wohnung mithelfen. Würde man ihr nunmehr Räumungsschutz einräumen, bis die Handlungs- und Einsichtsfähigkeit der Schuldnerin zurückkehrt, käme das  einer Vereitelung des Räumungstitels gleich., da aufgrund der ungenauen Prognose keine Aussagen darüber getroffen werden können, wie lang der Zustand noch andauernd.

AG Köln, Beschl. V. 25.02.2009 – 288 M 279/09

Tanja Stier
Rechtsanwältin

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Rollatoren im Hausflur

Mit zunehmendem Alter sind viele Menschen auf sogenannte Rollatoren, also Gehilfen, angewiesen. Oftmals werden diese Gehilfen im Hausflur abgestellt, um möglichst schnell an sie heran zu kommen. Dies jedoch wiederum gefällt  jedoch einigen Nachbarn nicht.
Das Amtsgericht Hannover hatte deshalb zu entscheiden, ob ein älterer Herr seinen Rollator im Hausflur abstellen darf oder nicht. Das Amtsgericht Hannover entschied zugunsten des Seniors. In den Entscheidungsgründen führte das Amtsgericht aus, dass der ältere Herr den Rollator im Hausflur parken könne, wenn er diesen nicht jedes Mal in seine Wohnung schleppen könne. Dies gelte sogar dann, wenn die vorgeschriebene Mindestbreit des Rettungsweges nicht eingehalten werde, da es im Notfall kein Problem darstelle, den Rollator schnell zu entfernen.
Tanja Stier
Rechtsanwältin
 

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Einbau eines Treppenlifts

Für ältere Menschen ist es oft durchaus beschwerlich, eine Treppe zu benutzen. Das Treppensteigen kann den Senioren jedoch durch Treppenlifte erleichtert werden. Dieser Treppenlift ist billiger und der Einbau ist weniger aufwendig als der Einbau eines richtigen Aufzuges.  Problematisch ist es jedoch, wenn ein solcher Treppenlift in ein Mietshaus eingebaut werden soll.
 

Eine 95- jährige Hamburgerin hatte aufgrund ihrer Arthrose enorme Schwierigkeiten, in ihre Wohnung im zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses zu gelangen. Die Seniorin hatte die Genehmigung des Bauamtes und eine Vielzahl von Mietern eingeholt. Jedoch befürchtet eine Eigentümerin, dass das Erscheinungsbild des repräsentativen Hausflures unter dem Einbau eines Treppenliftes zu leiden hätte. Dies sah das Landgericht Hamburg jedoch anders und räumte der Erleichterung für die eingeschränkte ältere Mitbewohnerin einen höheren Stellenwert ein als die geringfügige Änderung des Treppenhauses. Der Treppenlift durfte eingebaut werden.
Tanja Stier
Rechtsanwältin
 

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Mehr Wettbewerb auch innerhalb der privaten Krankenversicherung

erstehilfe.jpgDie Gesundheitsreform sieht auch für die private Krankenversicherung (PKV) wesentliche Veränderungen vor. Die Reform sorgt dafür, dass auch nicht (mehr) versicherte Personen, die der PKV zuzuordnen sind, künftig (wieder) über einen Versicherungsschutz im Krankheitsfall verfügen. Diese Personen müssen in einem bezahlbaren Tarif aufgenommen werden, auch wenn sie bereits krank sind. Der Wechsel von einer Versicherung zur anderen ist künftig einfacher und finanziell günstiger möglich. 
Bereits ab 1. Juli 2007 können sich Menschen ohne Absicherung im Krankheitsfall, die früher privat versichert waren oder die bisher weder gesetzlich noch privat krankenversichert waren und, zum Beispiel wegen selbständiger Berufstätigkeit, der PKV zuzuordnen sind, im PKV-Standardtarif ohne Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse versichern. Diese Versicherten wechseln zum 1. Januar 2009 automatisch in den neuen Basistarif. Gleichzeitig wird der neue Standardtarif verbessert.
 
Ab 1. Januar 2009 unterliegen auch Personen, die der PKV zuzuordnen sind, einer Pflicht zur Krankenversicherung. Sie müssen dann einen Vertrag abschließen, der mindestens die Absicherung ambulanter und stationärer Heilbehandlung vorsieht. Diese Personen können sich auch im neuen PKV-Basistarif versichern, müssen es aber nicht.
 
Der Basistarif muss ab dem 1. Januar 2009 von allen privaten Krankenversicherungsunternehmen neben den bestehenden Tarifen angeboten werden. Der Tarif steht allen neu PKV-Versicherten, freiwillig GKV-Versicherten für die Dauer von sechs Monaten sowie Personen ohne Versicherungsschutz offen, die ehemals PKV-versichert waren oder der PKV systematisch zuzuordnen sind.
 
Der Leistungsumfang dieses Tarifs wird sich an dem der GKV orientieren. Das Basistarif sieht einen Aufnahmezwang vor; die Versicherungsunternehmen können also niemanden mehr zurückweisen, der sich in diesem Tarif versichern darf. Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse sind hier nicht erlaubt. Die Bezahlbarkeit wird gewährleistet. Die Versicherten werden finanziell nicht überfordert.
 
Die Gesundheitsreform sorgt für deutlich verbesserte Wahl- und Wechselmöglichkeiten auch für privat Krankenversicherte. Künftig sollen die Versicherten den größten Teil ihrer Altersrückstellungen beim Wechsel in ein anderes Unternehmen mitnehmen können. Die Übertragbarkeit der Altersrückstellungen macht erstmals einen echten Wettbewerb zwischen den Versicherungsunternehmen möglich. Davon sollen nach dem Willen des Gesetzgebers alle Krankenversicherten profitieren.

 

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Mehr Wettbewerb

erstehilfe.jpgNach dem Willen der Bundesregierung sollen gemäß dem im Februar 2007 beschlossenen Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung die Versicherten künftig wählen können: die leistungsfähigste Krankenkasse, den günstigsten Tarif, die beste Versorgung, die geeignete Behandlung in Kliniken und bei Ärzten. Die Krankenkassen bieten Hausarztmodelle und kostengünstigere Tarife an. Das wird zu mehr Wettbewerb zwischen Kassen, Ärzteschaft und Apotheken führen. 
Integrierte Versorgung, Hausarztmodelle, Chronikerprogramme und medizinische Versorgungszentren werden ausgebaut. Das bringt mehr Behandlungsqualität für die Patientinnen und Patienten sowie mehr Wirtschaftlichkeit im Gesundheitssystem.
 
Das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz eröffnet den gesetzlichen Krankenkassen vielfältige Möglichkeiten, ihren Versicherten Wahltarife anzubieten und so stärker als bisher im Wettbewerb agieren zu können. Das bedeutet erweiterte Möglichkeiten, um den Versicherten entsprechend ihren unterschiedlichen Präferenzen differenzierte und qualitativ hochwertige Angebote zu machen.
 
Der Gesetzgeber sieht verschiedene Arten von Wahltarifen vor. Die meisten von ihnen können bereits ab dem 1. April 2007 den Versicherten zugute kommen. Viele Kassen haben sich bereits auf die neu geschaffenen Möglichkeiten eingestellt. Ab dem 1. Januar 2009 werden die Wahltarife noch weiter ausgebaut.
 
Die Krankenkassen müssen ab 1. April 2007 Tarife für die Teilnahme der Versicherten an folgenden besonderen Versorgungsformen anbieten:
- integrierte Versorgung,
- besondere ambulante ärztliche Versorgung,
- strukturierte Behandlungsprogramme bei chronischen Krankheiten (DMP),
- Modellvorhaben und
- hausarztzentrierte Versorgung.
 
Die Kassen können anbieten:
- Selbstbehalttarife,
- Tarife für Nichtinanspruchnahme von Leistungen,
- Variable Kostenerstattungstarife und
- Tarife, die die Übernahme der Kosten für von der Regelversorgung ausgeschlossene Arzneimittel der besonderen Therapieeinrichtungen beinhalten.
 
Für alle Tarife, die die Kasse freiwillig anbieten kann, gilt eine Mindestbindungsfrist von drei Jahren. Das heißt, die Versicherten legen sich für diesen Zeitraum auf einen solchen Tarif gegenüber ihrer Krankenkasse fest. Die Krankenkasse kann vor Ablauf dieser Zeit auch nur in Härtefällen gewechselt werden.
 
Viele gesetzliche Krankenkassen haben bereits erklärt, die neuen Regelungen nutzen zu wollen und bieten von April an verschiedene Wahltarife an. Danach werden die Versicherten beispielsweise ihren Beitragssatz verringern können, wenn sie eine höhere Eigenbeteiligung an ihren Behandlungskosten wünschen.
 
All das soll mehr Behandlungsqualität für die Patientinnen und Patienten bringen und für mehr Wirtschaftlichkeit im Gesundheitssystem sorgen.
 

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Ziele der Gesundheitsreform

erstehilfe.jpgNach Absicht des Gestzgebers sollen die Ressourcen im Gesundheitswesen bestmöglich eingesetzt werden. Außerdem soll Über-, Unter- und Fehlversorgung vermieden werden. So sind beispielsweise Mehrfachuntersuchungen zu vermeiden. 
Bei neuen Arzneimitteln erfolgt eine Kosten-Nutzen-Bewertung. Teure oder spezielle Arzneimittel dürfen Ärzte nur verordnen, wenn eine Zweitmeinung eingeholt wurde. Die zweite Meinung erteilen fachlich besonders ausgewiesene Kollegen oder Kolleginnen .
 
Den Apotheken wird die Abgabe von Einzeltabletten erleichtert. In Hospizen oder Pflegeheimen dürfen künftig nicht genutzte Betäubungsmittel für andere Patienten verordnet werden. Das bringt erhebliche Einsparungen, denn derzeit werden jedes Jahr Arzneimittel im Wert von Milliarden weggeworfen.

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Medizinische Versorgung auf hohem Niveau

erstehilfe.jpgNach dem Willen der Bundesregierung erhält auch künftig im Rahmen der am 1. April 2008 gestarteten Gesundheitsreform jeder die notwendige medizinische Versorgung – unabhängig von Alter, Wohnort und Einkommen. Dabei kommt der medizinische Fortschritt allen zugute. Jeder und jede hat Anspruch auf Absicherung bei Krankheit. 
Erstmals seit Jahren wird die Zuzahlung für die Versicherten nicht erhöht, Leistungen nicht gekürzt. Vielmehr wird die medizinische Versorgung dort, wo es notwendig ist, sogar ausgebaut.
 
• Krankenhäuser übernehmen die ambulante Behandlung für Patienten mit seltenen oder schweren Krankheiten wie Krebs, Mukoviszidose oder Aids. Sie sind dafür oft besser ausgerüstet als die Arztpraxen.
 
• Empfohlene Impfungen, Mutter- oder Vater-Kind-Kuren werden Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.
 
• Sterbende und schwerstkranke Menschen sollen in Würde sterben können und möglichst wenig Schmerzen erleiden müssen. Deshalb werden für ihre Versorgung so genannte Palliativ Care Teams aus ärztlichem und pflegerischem Personal zugelassen. Insbesondere wird die Versorgung schwerst- und sterbenskranker Kinder in Kinderhospizen verbessert.
 
• Vor allem ältere Menschen sollen nach einem Unfall oder einer Krankheit weiter nach ihren eigenen Vorstellungen den Alltag gestalten können. Wo es nur geht, soll ihnen das Pflegeheim erspart werden. Diese Menschen haben künftig einen Rechtsanspruch auf ambulante und stationäre Rehabilitation.
 
• Die zumeist älteren Menschen, die in Wohngemeinschaften oder anderen neuen Wohnformen leben, erhalten einen Rechtsanspruch auf häusliche Krankenpflege.

Allerdings steigt auch die Eigenverantwortung. 
 
Für chronisch Kranke gilt:  Nur dann ist die Zuzahlung auf ein Prozent begrenzt, wenn vor der Erkrankung die Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrgenommen wurden.
 
Die Kosten von Folgeerkrankungen aufgrund nicht notwendiger medizinischer Eingriffe tragen die Krankenkassen nicht mehr. Dazu gehören Schönheitsoperationen oder Piercings.

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Gesundheitsfonds

erstehilfe.jpgZum 1. Januar 2009 startet der Gesundheitsfonds. In ihn fließen die Beiträge von Arbeitgebern und Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkassen ein, außerdem Steuermittel. Die Krankenkassen-Beiträge werden in Zukunft im ganzen Bundesgebiet einheitlich festgesetzt. 
Nach Informationen der Bundesregierung erhalten die Kassen künftig aus dem Fonds für ihre Versicherten eine Grundpauschale. Kassen mit überdurchschnittlich vielen älteren und kranken Versicherten bekommen außerdem einen Zuschlag. Damit haben sie im Wettbewerb keine Nachteile gegenüber anderen Kassen.
 
Kommt eine Krankenkasse mit den zugewiesenen Fondsmitteln nicht aus, muss sie den Fehlbetrag ausgleichen. Sie wird sich zuerst bemühen, die Versorgung kostengünstiger zu organisieren.
 
Reicht auch dies nicht, kann sie von ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag verlangen, der ein Prozent des beitragspflichtigen Einkommens nicht übersteigen darf (Überforderungsklausel). Zusatzbeiträge bis zu acht Euro werden ohne Einkommensprüfung erhoben. Für die Versicherten wird damit erkennbar, wie leistungsfähig die Krankenkasse ist.
 
Für gesamtgesellschaftliche Aufgaben kommen in Zukunft nicht nur die Beitragszahler auf. Diese Aufgabe muss von allen getragen werden. Deshalb werden diese Kosten auch und nach aus Steuermitteln bezahlt und so auf mehr Schultern verteilt. Das ist nach Ansicht des Gesetzgebers gerechter. Steuererhöhungen dafür hat die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode ausgeschlossen.

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Gesundheitsreform

erstehilfe.jpgAm 1. April ist die Gesundheitsreform gestartet. Bundestag und Bundesrat haben dem Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung im Februar 2007 mit breiter Mehrheit zugestimmt.
Damit ist nach Ansicht der Bundesregierung der Weg für eines der wichtigsten Reformvorhaben der Bundesregierung in dieser Legislaturperiode frei: die nachhaltige Sicherung eines leistungsfähigen, solidarischen und finanzierbaren Gesundheitswesens. 
"Die jetzt beschlossenen Reformen im Gesundheitswesen verändern unser Gesundheitssystem nachhaltig. Finanzierung, Organisation, die Strukturen und das Verhältnis von gesetzlicher zu privater Krankenversicherung werden reformiert. Für mich ist wichtig, dass einige hunderttausend Menschen, diejenigen, die aus verschiedenen Gründen den Schutz ihrer Krankenversicherung verloren haben, wieder aufgenommen werden. Und niemand wird in Zukunft diesen Schutz verlieren können," erklärte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, nachdem der Bundesrat der Gesundheitsreform am 16. Februar zugestimmt hatte.
 
Das so genannte GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz sieht grundlegende Reformen in der gesetzlichen und in der privaten Krankenversicherung vor. Das Gesundheitssystem wird auf allen Ebenen neu strukturiert und wettbewerbsorientierter ausgestaltet. Zum Nutzen aller Bürgerinnen und Bürger: Denn es gibt viel mehr Wahl- und Entscheidungsmöglichkeiten als bisher. Das sorgt für mehr Qualität, Transparenz und Wirtschaftlichkeit in der medizinischen Versorgung.

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Dekubitus -Tödliche Pflege

erstehilfe.jpgMehr als 400.000 Menschen in Deutschland leiden unter einem Druckgeschwür, in der Fachwelt Dekubitus genannt. Pflegebedürftige, bettlägrige und chronisch kranke ältere Menschen sind besonders gefährdet, eine solche schmerzhafte und gefährliche Läsion zu entwickeln.Dekubitus gilt grundsätzlich als vermeidbar und somit als Indikator von Pflegequalität.
Dekubituserkrankungen führen nicht nur zu erheblichen physischen und psychischen Beeinträchtigungen in der Lebensqualität der Betroffenen sondern haben oftmals tödlichen Ausgang.

zu diesem Thema Auszüge einer Panorama- Sendung, die der NDR am 14.01.99, 21.00 Uhr ausstrahlte:

Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf. Wir treffen den Leiter des Instituts für Rechtsmedizin. Professor Klaus Püschel hat in einer großangelegten Studie zehntausend Verstorbene untersucht.

0-Ton
PROF. KLAUS PÜSCHEL:
(Rechtsmediziner)
"Die Muskulatur ist symmetrisch kräftig ausgeprägt. Am Knie Leichenstarre."

KOMMENTAR:
Er wollte herausfinden, wieviele alte Menschen sich vor ihrem Tod wundgelegen haben. Die Suche nach offenen Druckgeschwüren, lateinisch decubitus, führte zu einem alarmierenden Befund.

0-Ton
PROF. KLAUS PÜSCHEL:
"Unsere Ergebnisse besagen bisher, daß etwa drei bis vier Prozent der verstorbenen pflegebedürftigen Menschen zum Zeitpunkt des Todes eine tiefer reichende Durchliegestelle am Rücken oder am Hacken hatte. Für mich bedeutet das, daß bundesweit von vermutlich mehreren tausend derartiger Fälle in jedem Jahr auszugehen ist. Und ganz klar: daraus erwächst ein dringender Handlungsbedarf.

KOMMENTAR:
So hart es klingen mag: Jedes Jahr liegen in Deutschland mehrere tausend alte Menschen über Wochen und Monate auf ihrem blanken Fleisch oder ihren Knochen.

Elli Sielemann war am Ende ihres Lebens ein Pflegefall. Ihr Sohn Heiner beschuldigt den Pflegedienst seiner Mutter, den Dekubitus nicht richtig behandelt zu haben. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger

Körperverletzung.

0-Ton
HEINER SIELEMANN:
"Ich habe eine ungeheure Wut im Bauch auf die Leute, die für den Tod meiner Mutter verantwortlich sind. Und das ist aus meiner Sicht in erster Linie der Pflegedienst, den wir beauftragt hatten, meine Mutter zu pflegen."

KOMMENTAR:
Druckgeschwüre können fast immer durch sachgerechte Pflege verhindert werden. Das aber setzt einen hohen Aufwand voraus: Alle zwei Stunden müssen Bettlägrige umgelagert werden, Tag und Nacht.

Spezialmatratzen können helfen, doch das Wichtigste ist die frühzeitige Erkennung.

0-Ton
HARMUT SAUER:
(Diakonisches Werk)
"Dekubitus ist in der Regel ein Pflegefehler. Der tritt auf, wenn Mangel besteht im Wissen um die Entstehung des Dekubital-Ulkus oder wenn auch zu wenig Pflegekräfte vorhanden sind."

KOMMENTAR:
Mangel an Wissen, Mangel an Fachpersonal. Seit Einführung der Pflegeversicherung werden alte Menschen nach wirtschaftlichen Kriterien betreut. Immer häufiger bedeutet das: Erst der Markt, dann der Mensch.Dreißig Milliarden Mark jährlich - der Geldsegen lockt Geschäftemacher.

0-Ton
HARTMUT SAUER:
"Mit dem Pflegeversicherungsgesetz hat es eine deutliche Ökonomisierung, eine Öffnung des Marktes gegeben, die wir für sehr bedenklich halten. Es gibt jetzt keine Qualitätskontrollen, um dann schwarze Schafe, die ich auf diesem Markt ja auch tummeln, vom Markt zu nehmen."

KOMMENTAR:
Voerde, Nordrhein-Westfalen. Christel Götz hat den Tod ihrer Mutter bis heute nicht verwunden. Zwei Jahre hat sie die alte Frau gepflegt, dann gab sie sie schweren Herzens in ein Pflegeheim. Dort hat man sie auf dem Gewissen, glaubt Frau Götz. Zu spät sah sie die Wunden ihrer Mutter.

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CHRISTEL GÖTZ:
"Ich war fix und fertig und bin auch dann weinend aus dem Zimmer gelaufen. Ich konnte das nicht verstehen, daß die Pflege so schlecht war. Wenn ich hier stehe, dann denke ich oft darüber nach, vielleicht würde sie sogar noch leben, wenn ich sie noch weiter selbst gepflegt hätte."

KOMMENTAR:
Rund 5.000 Mark bezahlte die Tochter für die Pflege im Heim. Heute glaubt sie, sie habe mit ihrem Geld den Tod der Mutter finanziert. Der Betreiber des Pflegeheims bestreitet die Vorwürfe.

In der Seniorenresidenz erkrankte auch die Mutter von Sigrid Gräfer an Dekubitus. Die eitrigen Wunden führten zur tödlichen Blutvergiftung. Frau Gräfer hat wie viele Angehörige das Gefühl, sie habe ihre Mutter im Stich gelassen und sei so mitschuldig an ihrem Ende.

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SIGRID GRÄFER:
"Ich habe mich von der Fassade des Hauses täuschen lassen, tut mir leid. Ich bin rein gegangen, wunderschön, ist ja alles drin. Nur - ich habe gedacht, daß alte Menschen eigentlich kein Schwimmbecken brauchen und auch keine Kegelbahn, sondern einfach ein bißchen Pflege"

KOMMENTAR:
Die heile Welt von Sigrid Gräfer hat seitdem Risse. Sie kann immer noch nicht fassen, daß der wundgelegene Körper auf dem Foto der ihrer Mutter ist. Gegen den Pflegeheimbesitzer hat sie Anzeige erstattet.

Dr. Jürgen Heck dokumentierte den Zustand der Mutter nach der Einlieferung ins Krankenhaus. Wahrscheinlich Pflegefehler, sagte er damals der Tochter. Er erinnert sich gut an den Fall.

0-Ton
DR. JÜRGEN HECK:
(Leitender Arzt, EN-Süd-Klinikum)
"Das Ausmaß dieses Befundes war schon ungewöhnlich. Selbstverständlich, wenn ein Dekubitus dieses - ich will mal sagen - monströsen Ausmaßes vorliegt, dann muß man immer die Frage stellen: Liegt ein Pflegedefizit vor"

KOMMENTAR:
Ein Pflegedefizit konnte die Staatsanwaltschaft in Hagen nicht nachweisen. Die Pflegeprotokolle, so ein Gutachter, seien in Ordnung. Das Ermittlungsverfahren wurde vorerst eingestellt.

Wir treffen Patrick Schuster. Er war Altenpfleger unter der gleichen Pflegedienstleitung, die vorher für Frau Gräfer zuständig war. Er berichtet, wie die Pflegeprotokolle einer Dekubituspatientin nachträglich verfälscht

wurden. Patrick Schuster kopierte heimlich Original und Fälschung. Die Handzeichen der Helfer im Original dokumentieren, wann das Umbetten erfolgte. Teilweise nur alle vier Kästchen, das heißt: alle vier Stunden -

viel zu wenig. Dieser Ausschnitt wurde gefälscht. Die neuen Handzeichen täuschen jetzt Lagerungen vor, die nie stattfanden. Laut Protokoll ist die Frau sogar noch nach ihrem Tod gepflegt worden.

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PATRICK SCHUSTER:
(Altenpfleger)
"In dem Fall war es eben eine Bewohnerin, die nicht in der Lage war, sich selber zu melden oder auch zu schellen, einen Notruf zu geben. Das heißt also, diese Bewohnerin ist in dem Fall vollkommen abhängig vom Pflegepersonal und ist eigentlich - nach den Protokollen - drei Stunden sich alleine überlassen worden."

INTERVIEWERIN:
"Und alleine gestorben?"

PATRICK SCHUSTER:
"Auch alleine gestorben, ja."

KOMMENTAR:
Hamburg, scheinbar ein Pflegeparadies, bundesweit die Stadt mit den meisten ambulanten Pflegediensten. Hier kam es mehrfach zwischen rivalisierenden Geschäftemachern zu Prügeleien um potentielle Kunden.

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REINHARD FALLAK:
(Polizei Hamburg)
"Die Hamburger Polizei hat seit Ende´96, Anfang´97 eine Ermittlungsgruppe ins Leben gerufen, und seitdem haben wir 176 Fälle, die wir bearbeiten. Und diese 176 Fälle betreffen etwa vierzig Prozent allerPflegedienste, die in Hamburg tätig sind."

KOMMENTAR:
Und so sehen die Kontrollen aus. Der medizinische Dienst der Krankenkassen darf seine Kontrollgänge nur mit Voranmeldung durchführen. Natürlich ist es dann ziemlich unwahrscheinlich, Pflegemängel festzustellen.

Bundesweit wird seit Jahren eine unabhängige und wirksame Qualitätskontrolle gefordert, um betrügerische Pflegedienste auf frischer Tat zu ertappen.

0-Ton
REINHARD FALLAK:
"Zehn Prozent aller Betreiber der Pflegedienste sind bereits kriminalpolizeilich in Erscheinung getreten, meistens mit Betrugsfällen, und dort wird in zwei Kategorien vorgegangen. Der erste Fall ist, über Bewerbungsunterlagen von potentiellen Pflegekräften verfälscht oder fälscht man Unterlagen, Urkunden und erlangt so die Zulassung. Der zweite Fall ist, man stellt examinierte Pflegekräfte ein, man muß mindestensvier haben, entläßt sie nach kurzer Zeit und beschäftigt dann unqualifizierte Kräfte weiter, die gar nicht professionelle Pflege leisten können."

KOMMENTAR:
Zwei ehemalige Pflegekräfte berichten aus ihrem Alltag:

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ANONYME PFLEGEKRÄFTE:
"Spritzen werden durch Haushaltskräfte gesetzt, Insulin besonders. Dieses ganze System, ich denke, das ist ein Betrug, der einfach unglaublich ist, an diesen alten Menschen. Wenn man mal überlegt, daß wir alle morgen Pflegefälle sein könnten und einem solchen Menschen in die Hände fallen, denke ich, ist das ein Wahnsinn,, eine kriminelle Energie und ein Betrug, der seinesgleichen einfach sucht."

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HARTMUT SAUER:
(Diakonisches Werk)
";Ich finde es ausgesprochen problematisch, daß die Politik derart auf Markt gesetzt hat und geglaubt hat, daß die Marktgesetze es alles schon richten würden. Dies ist ein kapitaler Fehler. Es zeigt sich an vielen Auswüchsen, die wir jetzt im Pflegemarkt haben, daß hier unzureichend geplant worden ist. Das muß dringend nachgebessert werden. Und hier erwarten wir eine deutliche Position der Politik."

KOMMENTAR:
Der Pflegedienst Wendel und Fischer in Hamburg. Auch hier ermittelt die Polizei wegen eines ungeklärten Todesfalls. Wir haben um ein Interview gebeten, der Pflegedienstleiter aber will erst einmal mit dem Anwalt telefonieren.

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MICHAEL THOMSEN:
(Pflegedienst Wendel und Fischer)
"Wir werden uns - ich habe eben Rücksprache mit dem Anwalt gehalten - zu der Sache jetzt nicht weiter äußern."

INTERVIEWER:
"Warum nicht?"

MICHAEL THOMSEN:
"Das kann ich nicht."

INTERVIEWER:
"Also Sie können keine Angaben machen, ob es jetzt eine richtige Pflege war oder ob es da Fehler gegeben hat."

MICHAEL THOMSEN:
" Dazu möchte ich nichts sagen. Also mir ist auch schleierhaft, wie Sie an die Informationen da gekommen sind, weil - wie gesagt - das noch ein laufendes Verfahren ist. Und wir behalten uns auch vor, Anzeige gegendie Angehörigen zu erstatten wegen übler Nachrede, weil da auch wirklich ziemlich heftige Sachen auch gelaufen sind."

KOMMENTAR:
Marietta Gertz hält den Pflegedienst für mitverantwortlich am Tod ihrer Mutter. Der bestreitet inzwischen die Vorwürfe. Sie hat den Pflegern vertraut. Ein typischer Fall. Viele Angehörige vermeiden lieber den Blick unter

die Decke.

Elfriede Brust, die Mutter. Ihr Hausarzt vermittelte sie zum Pflegedienst. Ab diesem Zeitpunkt geben die Pflegeprotokolle von Wendel und Fischer einen Einblick in das qualvolle Sterben der alten Frau.. Eintrag der

Pflegekraft am 21.11.: Linke Pohälfte, unten, haben sich kleine Bläschen gebildet. Sieht sehr eigenartig aus.

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MARIETTA GERTZ:
"Man hat mir nur gesagt, daß meine Mutter eine Stelle hat, die nicht sehr gut aussieht. Und da habe ich gefragt: Was machen Sie denn dabei? Ja, ich so ein Sprüh…., ich sprüh da was drauf, hat der Pfleger gesagt."

KOMMENTAR:
Ein Martyrium. Monatelang saß Elfriede Brust auf ihren offenen Wunden. Die Pfleger kremten und salbten - vergeblich. Das Übergabebuch zeigt, wie überfordert die Pflegekräfte waren. Die Einträge der letzten Tage:

10.6.: Sie klagt am ganzen Körper über Schmerzen. Gruß Dana. Jonny, ist die Dekubitus-Matratze in Betrieb? Fühlt sich sehr flach an.

Eine Woche später: Soll jeden Abend Verbandswechsel? Ich war mir nicht sicher.
Gruß Dana.

21.6.: Frau Brust bekam Notarztbesuch. Eingewiesen ins Krankenhaus. Jonny.

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MARIETTA GERTZ:
"Im Krankenhaus kam meine Mutter direkt gleich zur Untersuchung. Es hat sehr lange gedauert. Und dann hat der Arzt meine Schwester sowohl wie mich reingerufen und gefragt, was mit meiner Mutter wäre, wie die Frau aussieht, das kann er nicht begreifen."

KOMMENTAR:
Einen Tag später war Elfriede Brust tot. Die Ärzte des Krankenhauses Hamburg-Barmbek stellten als Todesursache Blutvergiftung fest, Sepsis verursacht durch multiple decubita ulcera. Todesursache ungeklärt. Die gerichtsmedizinische Untersuchung ergab: Frau Brust starb am Dekubitus.

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MARIETTA GERTZ:
"Ich fühle mich elend immer noch und habe immer noch viele Bilder vor Augen, wenn ich denke, was meine Mutter an Schmerzen ausgehalten hat. Wenn man die Wunden sieht, dann weiß man alles."
Dekubitus gilt grundsätzlich als vermeidbar und somit als Indikator von Pflegequalität.

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Gravierende Mängel im Transplantationsgesetz

erstehilfe.jpgImmer wieder werden todkranke Patienten für den Erhalt lebenswichtiger Organe illegal gezwungen tief in die Tasche greifen. Erst im Oktober 2007 wurde der Chefarzt des Universitätsklinikums Essen vom Dienst suspendiert. Dem Arzt wird vorgeworfen, dass er Patienten erst gegen Zahlung von Spenden zwischen 5.000- 10.000 Euro die notwendigen Organe transplantierte. Einer krebskranken Griechin soll er 60.000 Euro abverlangt habe, bevor er der ihr eine Leber transplantierte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Betrug, Erpressung, Vorteilsannahme, Steuerhinterziehung und Verstöße gegen das Transplantationsgesetz vor. Das Transplantationsgesetz steht zehn Jahre seit seinem Erscheinen unter heftigster Kritik. Intransparenz und Kontolldefizite zeichnen es aus. Bei der Organvergabe fehlt eine - rechtsstaatlichen Grundsätzen entsprechende- Instanz, die die Organvergabe kontrolliert. In der Praxis hat die Bundesärztekammer die entsprechenden Kriterien festgelegt; eine privat organisierte Stiftung kümmert sich um die Organspende ; und die konkrete Verteilung führt die im niederländischen Leiden ansässige Firma Eurotransplant durch. In Deutschland stehen mehr als 12.000 Menschen auf der Warteliste. Rechtliche Mittel die Vergabe zu kontrollieren, wie etwa Einsprüche zu erheben, gibt es nicht. Auch die Ärzte schlagen Verbesserungen vor. Der Kieler Transplantationschirug Dieter Bröring fragt , ob der festgelegte Grundsatz, dass die - bei Niere und Lebern mögliche - Verpflanzung von Organen Lebender zweitrangig ist,  wirklich noch gerechtfertigt" sei. Es gibt große Schwierigkeiten, wenn Eltern einen Teil ihrer Leber ihren Kindern spenden wollen, sagt Bröring. Gleichzeitig drohen Verpflanzungen menschlicher " Kleinteile" wie Augenhornhäute oder Knochen komplizierter zu werden. Das  seit August gültige Gewebegesetz hat laut Holger Baumann, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation, erhebliche Rechtsunsicherheit gebracht. Das Gesetz ist derart vertrackt, dass die Kliniken, die überhaupt imstande sind Gewebe zu entnehmen keine Genehmigung dazu besitzen. Bleibt nur zu hoffen, dass Politiker und Gesetzgeber eine rasch eine praxistauglichere und gerechtere Lösung finden. 

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