Artikel unter 'Haftung der Großeltern'

Aufsichtspflicht der Großeltern

Adoption_2.jpgGrundsätzlich haften die Eltern für Verfehlungen ihrer Kinder, soweit sie ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sind. Eine gesetzliche Aufsichtspflicht der Großeltern ist gesetzlich nicht geregelt. Dem Gesetz nach kann aber die Aufsichtspflicht vertraglich auf einen Dritten übertragen werden. Wenn sich nun die Großeltern bereit erklären auf ihr Enkelkind aufzupassen, so nehmen sie regelmäßig die Aufsichtspflicht auf sich. Eines schriftlichen Vertrag bedarf dies nicht. Allerdings ist die Übertragung der Aufsichtspflicht auf die Großeltern nur dann anzunehmen, wenn die Großeltern weitreichende Einflussmöglichkeiten zustehen und die Obhut von erheblicher Dauer ist. Somit ist grundsätzlich nicht von einer Übertragung der Aufsichtspflicht auszugehen, wenn das Kind nur ca. 3 Stunden bei seinen Großeltern verweilen soll. Dies hängt natürlich auch von den Unternehmungen der Großeltern und des Enkels ab. Sollten Orte aufgesucht werden, bei denen es darauf ankommt, dass das Kind überwacht wird, so kann auch bei einer kürzeren Dauer die Aufsichtspflicht auf die Großeltern übergehen.

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Haftung im Straßenverkehr

Adoption_2.jpgEin Senior war mit ihrem 2 jährigen Enkelkind unterwegs, als dieser sich plötzlich von deren Hand los riss und auf die Straße zu lief. Der Großvater konnte seinen Enkel nicht mehr einholen, so dass es zu einem Zusammenstoß mit einem Pkw kam. Der Halter des Pkw wollte vom Großvater den Schaden am Auto ersetzt haben. Das angerufene Gericht hielt eine Aufsichtspflichtverletzung des Seniors für nicht gegeben, da er alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen hat, um einen Unfall im Straßenverkehr zu vermeiden. Er war sogar übervorsichtig, da der Schützling nur bei besonders gefährlichen Stellen an der Hand genommen werden muss, beispielsweise beim Überqueren der Straße. Auch dass er ihn nicht mehr einholen konnte ist keine Verletzung der Aufsichtspflicht, der Aufsichtspflichtige hat alles in seiner Macht stehende getan um den Unfall zu verhindern.

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Haftung beim Kindergeburtstage

Adoption_2.jpgHäufig feiern Enkelkinder, die selbst zur Miete wohnen ihren Kindergeburtstag im großelterlichen Haus mit Garten. Sollten die Eltern nicht zugegen sein, so übernehmen die Großeltern nicht nur die vertragliche Aufsichtspflicht für das eigene Enkelkind, sonder auch für alle teilnehmenden Kinder, welche nicht in Begleitung ihrer Eltern erscheinen. Sollte nun ein Kind einem anderen einen Schaden verursacht haben, so haften die Großeltern hier, wenn sie ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sind.

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Haftung bei Sturz in Gartenteich

Adoption_2.jpgBei einem Besuch bei der Großmutter stürzte ein Kleinkind in den Teich des Nachbarn. Die Eltern klagten gegen den Nachbarn wegen Verletzung von Verkehrssicherungspflichten, da der Teich von allen Seiten frei zugänglich und mindestens 1 m tief war. Das Gericht sah allerdings die Verfehlung nicht beim Nachbarn sondern bei der Großmutter, die ihren Enkel nicht genügend beaufsichtigt hatte. Diese hatte das Kind im Garten zum Spielen
allein gelassen, und dass für einen so lagen Zeitraum, dass das Kind um das Haus herum gehen konnte, die Straße überqueren und durch 2 Vorgärten zum Teich des Nachbarn gelangen konnte. Das Gericht urteilte, dass ein Kleinkind vor Gefahren durch nahezu lückenlose Überwachung geschützt werden muss.

Das Urteil des OLG Hamm kann bei Interesse über sen.kester-haeusler-stiftung@t-online.de angefordert werden.

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Hafung der Großeltern im öffentlichen Park

Adoption_2.jpgDas LG Köln hatte sich mit der Frage zu beschäftigen, wann eine Aufsichtspflichtverletzung der Großmutter angenommen werden kann. Eine Senioren war mit ihrem 4 jährigen Enkelkind auf einem Weg in einer öffentlichen Parkanlage unterwegs, das Kind ging einige Schritte hinter seiner Großmutter, als der Enkel plötzlich auf dem Fahrradweg auswich, wodurch eine Radfahrerin wegen einer Vollbremsung zu Sturz kam. Das Gericht hat eine Aufsichtspflichtverletzung der Großmutter verneint. Bei einem Spaziergang in einer Parkanlage ist der Aufsicht genüge getan, wenn sich das Kind in Rufnähe der Aufsichtsperson befindet, es muss nicht jederzeit im Auge behalten oder sogar an der Hand genommen werden.

Das Urteil des LG Köln kann bei Interesse über sen.kester-haeusler-stiftung@t-online.de angefordert werden.

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