Artikel unter 'Kaffeefahrten'

Das Geschäft mit der Kaffeefahrt

reise.jpgGerade viele Senioren lassen sich auf sog. "Kaffeefahrten" ein, da sie wegen ihrer niedrigen Renten und aufgrund der altersbedingten gesundheitlichen Einschränkungen nicht mehr in der Lage sind, eine solche Reise selbst zu unternehmen. Um in den Genuss des relativ kostengünstigen Tagesausfluges zu kommen lassen sie die mit der Tagesfahrt verbundene Verkaufsveranstaltung über sich ergehen. Und gerade hier liegt die Gefahr der Teilnahme an einer Kaffeefahrt: gerade rechtlich unerfahrenen Teilnehmer glauben sich wegen des günstigen Reisepreises verpflichtet, einen Kaufvertrag abschließen zu müssen.

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Rückerstattung des Reisepreises

reise.jpgBei einer Tagesfahrt z.B. mit dem Bus in den Schwarzwald wird der Teilnehmer durch das Reiserecht geschützt. Auch wenn der Ausflug "nur" 20 € kostet, muss sich der Teilnehmer nicht alles bieten lassen. Wenn nun die Fahrt durch ein plötzlich auftretendes Ereignis z.B. eine Unfall verzögert wird, so dass man den Ausflugsort nur noch kurz oder gar nicht mehr erreichen kann, so kann der Teilnehmer einen Teil des gezahlten Reisepreises zurückverlangen. Auch ist die Fahrt statt in den Schwarzwald zum Starnberger See kein gleichwertiger Ersatz.

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Verkauf eines Wundermittels

reise.jpgHäufig wird die Sorge gerade älterer Menschen um die Gesundheit ausgenutzt indem ein Wundermittel für alle Sorgen versprochen wird. So gibt es Fälle, in dem ein Mittel gegen Krebs verkauft worden ist. Die etwa 395.000 jährlich neuerkrankten Krebspatienten werden bestätigen, dass es ein solches Wundermittel nicht gibt. Ein Veranstalter darf sein Produkt nicht vermarkten, indem er in jedem Fall eine heilende Wirkung verspricht. Ein Vertrag über ein solches "Wundermittel" ist nicht wirksam, der Käufer kann sein Geld zurückverlangen.

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Verkaufsveranstaltung im Rahmen einer “Kaffeefahrt”

reise.jpgEine Kaffeefahrt ist immer mit einer Verkaufsveranstaltung verbunden. Dabei ist Vorsicht geboten, denn nicht alle Produkte halten, was versprochen wird. Meist wird (um den niedrigen Reisepreis zu kompensieren) das Produkt zu einem hohen Preis angeboten. Ein weiterer Trick ist der, dass das Produkt angeblich nur im Rahmen dieser Veranstaltung erworben werden kann, später sieht man es zu einem weitaus günstigeren Preis im Supermarkt. Jeder der an der mit der Tagesfahrt verbundenen Verkaufsveranstaltung nicht teilnehmen will, muss es nicht. Er hat sich nicht dazu verpflichtet, so dass er trotzdem Anspruch auf alle gebuchten Leistungen hat. Insbesondere muss auch nichts gekauft werden. Der Teilnehmer kann trotzdem alle gebuchten Leistungen wie beispielsweise Mittagessen und die Verspreochenen Geschenke verlangen.

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Widerruf eines Kaufes bei einer “Kaffeefahrt”

reise.jpgWer sich bei einer Kaffeefahrt zu einem Kauf hat hinreißen lassen, danach den Kauf aber bereut, braucht nicht zu verzagen, er kann sich vom Vertrag lösen.

Sollte der Reiseveranstalter bei Kauf auf das Widerrufsrecht schriftlich hingewiese haben, kann sich der Käufer innerhalb von 2 Wochen vom Vertrag lösen. Hierzu muss er sich schriftlich an den Verkäufer wenden. Wurde der Käufer gar nicht belehrt, hat er keine Frist zu beachten. Im eigenen Interesse solle der Widerruf dennoch so schnell wie möglich ausgesprochen werden.

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“Kaffeefahrt” im Ausland

reise.jpgEin deutsches Ehepaar hat im Türkeiurlaub an einer von ihrem Reiseveranstalter organisierten Kaffeefahrt; zu einer Teppichknüftzentrale teilgenommen, wobei sie einen Kaufvertrag ohne Widerrufsbelehrung in Höhe von 45.000 € über 2 Perserteppiche abgeschlossen haben. Nachdem ihnen die Teppiche in Deutschland übergeben worden sind, stellte sich heraus, dass sie nichtmal 12.000 € wert waren. Dem Ehepaar steht nach der Entscheidung des Gerichts ein Widerrufsrecht nach deutschem Recht zu, da der Reiseveranstalter eine Billigreise angeboten hat, um in Absprache mit der örtlichen Teppichknüpfzentrale Gewinne zu erzielen.

Das Urteil des LG Tübingen vom 30.03.2005 kann bei Interesse über sen.kester-haeusler-stiftung@t-online.de angefordert werden.

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Gewinnversprechen nach “Kaffeefahrt”

reise.jpgEine Seniorin erhielt ein Schreiben tituliert als "Gewinn-Benachrichtigung", wonach sie an einer Kaffeefahrt mitmachen muss, um einen Gewinn in Höhe von 1.500 € ausgezahlt zu bekommen.

Das AG Berlin-Charlottenburg verpflichtete das Unternehmen, der Seniorin die versprochene Gewinnsumme tatsächlich auszubezahlen, das Schreiben konnte nach der Auffassung des Gerichts nur als Gewinnversprechen gedeutet werden. Das AG Berlin-Charlottenburg verpflichtete das Unternehmen, der Seniorin die versprochene Gewinnsumme tatsächlich auszubezahlen, das Schreiben konnte nach Auffassung des Gerichts nur als Gewinnversprechen gedeutet werden.

Das Urteil des AG Charlottenburg vom 27.01.09 kann bei Interesse über sen.kester-haeusler-stiftung@t-online.de angefordert werden.

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