Artikel unter 'Reise'

Kreuzfahrt oder reine Beförderungsfahrt

Um festzustellen, ob das deutsche Reiserecht anzuwenden ist, muss zwischen einem reinen Beförderungsvertrag und einem Reisevertrag bei einer Kreuzfahrt unterschieden werden. Sie müssen sich dabei klar werden, was genau bei der Schiffsreise geschuldet wird. So ist auch dann eine Überfahrt mit einer Fähre nichts zwangsläufig eine „Kreuzfahrt“, wenn Ihnen eine Kabine gestellt wird. Auf der anderen Seite kann allerdings schon eine Fahrt mit einem Frachtschiff eine „Kreuzfahrt“ im rechtlichen Sinne darstellen, wenn beispielsweise die Verpflegung mitgebucht wird. Wesentlich für die Abgrenzung ist, dass bei einer Kreuzfahrt mehr als eine Reiseleistung geschuldet wird. Bei einer Fährfahrt wird nur das „Ankommen“ geschuldet. Unterkunft und Fahrzeugmitnahme sind dabei nur Nebenleistungen. Als Faustformel für die Abgrenzungl kann hier somit grundsätzlich gelten:

Ist das Ankommen das Ziel, dann liegt ein reiner Beförderungsvertrag vor. Ist der Weg das Ziel, dann liegt ein Reisevertrag vor.

Diese Abgrenzung wird bei den Rechten bei Mängeln der Reise relevant, da das Reiserecht zusätzliche Rechte für den Betroffenen bereithält.

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Kreuzfahrt/ Nachträgliche Reisepreiserhöhung

Nachträgliche Reisepreiserhöhungen sind nur insoweit zulässig, wie sich der Reiseveranstalter dies in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen vorbehalten hat. Die Berechnung für die Preiserhöhung muss für den nachvollziehbar vorgenommen werden. Ein reiner Verweis auf gestiegene Ölpreise genügt dabei nicht.

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Kreuzfahrt/ Rücktrittsrechte bei Routenänderung

Eine angekündigte erhebliche Abweichung von der Reiseroute berechtigt den Reisenden vom Vertrag zurückzutreten, da es sich bei der Einhaltung der vereinbarten Reiseroute um ein wesentlichen Bestandteil des Reisevertrags handelt.

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Kreuzfahrt/ Pauschale Trinkgeldzahlungen

Kreuzfahrt/ Pauschale Trinkgeldzahlungen Der eigentliche Charakter von Trinkgeld ist, Serviceleistungen zu honorieren. Dabei ist die Freiwilligkeit der Zahlung entscheidend. Soweit der Reiseveranstalter Sie dazu verpflichten will Trinkgelder an Bord zu zahlen, muss das Trinkgeld von Anfang an in den Reisepreis miteingerechnet werden. Dabei muss der Reiseveranstalter die Trinkgelder genau ausweisen und den erhaltenen Betrag an das Schiffspersonal weiterleiten. Sie können jedoch nicht pauschal dazu verpflichtet werden, während der Reise Trinkgeld zu zahlen.

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Kreuzfahrt/ Reisemängel

Eine pauschale Liste von Reisemängeln bei Kreuzfahrten kann nicht so einfach aufgestellt werden. Bei der Frage, ob eine etwaige Unannehmlichkeit ein Reisemangel darstellt ist immer auch die Art der Kreuzfahrt von Bedeutung. So muss generell zwischen Fluss- und Hochseekreuzfahrten differenziert werden. Auch ist eine Hochseekreuzfahrt nicht immer eine Hochseekreuzfahrt, da es bei solchen viele Preiskategorien gibt. Dementsprechend dürfen im Niedrigpreissegment bei Kreuzfahrten nicht die gleichen Ansprüche gestellt werden, wie bei Luxuskreuzfahrten. Grundsätzlich können für die Beurteilung ob eine Reisemangel vorliegt immer die Beschaffenheitsvereinbarungen bei Vertragsschluss herangezogen werden. Wird im Vorfeld der Reise angepriesen, dass das Schiff über bestimmte Fazilitäten verfügt, müssen diese auch benutzbar sein. Des Weiteren müssen sie auch halbwegs dem Standard entsprechen, der für den Preis zu erwarten ist. So stellt ein Laufband alleine noch kein Fitnessstudio dar. Wie oben bereits erwähnt stellt jedoch nicht jede Unannehmlichkeit ein Reisemangel dar. Unannehmlichkeiten, die sich aufgrund des typischen Charakters einer Schiffsreise ergeben, sind regelmäßig kein Mangel.

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Kreuzfahrt/ Rechte bei Mängeln, Schadenersatzansprüche

Soweit die Kreuzfahrt Mängel im rechtlichen Sinne gehabt hat, steht es dem Betroffenen zu, den Reisepreis zu mindern. Als Orientierungshilfe für die Höhe der Minderung kann die ADAC-Tabelle oder auch die Kemptener-Reisemängeltabelle herangezogen werden. Schadenersatzansprüche können nur geltend gemacht werden, wenn durch einen Reisemangel ein Körper- oder Sachschaden entstanden ist, soweit den Reiseveranstalter ein Verschulden dafür trifft. Grundsätzlich muss sich der Reiseveranstalter auch das Verhalten des Personals zurechnen lassen. Eventuell kann auch überprüft werden, inwieweit bei Körper- und Sachschäden Ansprüche gegen Unternehmen bestehen, deren sich der Reiseveranstalter zur Erbringung der Reiseleitung bedient.

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